Die NATUM e.V. (Naturheilkunde, Akupunktur, Komplementärmedizin und Umweltmedizin in der Frauenheilkunde) ist eine 1993 durch Frau Professor Ingrid Gerhard in der Universität Heidelberg gegründete wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
Die NATUM e.V. ist heute kooperierende Arbeitsgemeinschaft der DGGG. Sie hat mehr als 550 ärztliche Mitglieder und ist multidisziplinär ausgerichtet. Die NATUM-Mitglieder sind vor allem schulmedizinisch und ganzheitlich, insbesondere naturheilkundlich tätige und in Praxen tätige Arztinnen und Ärzte. Ein Teil der Mitglieder arbeitet in Kliniken.
Die NATUM hat das Ziel, die Erforschung, Anwendung und Lehre von Naturheilverfahren, Akupunktur, Komplementärmedizin und Umweltmedizin in der Gynäkologie und Geburtshilfe zu fördern sowie diese in eine moderne ganzheitliche Medizin zu integrieren.
Ein weiteres Anliegen ist es, Ärztinnen und Ärzte in der Komplementärmedizin auszubilden. Dafür bietet sie aufeinander aufbauende Kurse, spezielle Symposien und Informationsveranstaltungen an, von denen mehrere mit einem Zertifikat abgeschlossen werden können.
Die NATUM arbeitet mit mehreren deutschen Universitäten zusammen, um Forschung, Lehre und Leitlinien im Bereich der Komplementärmedizin und anderer Naturheilverfahren evidenzbasiert zu erarbeiten. Sie war und ist an der Erarbeitung von fachlichen Leitlinien und Ausbildungsrichtlinien beteiligt. Der Wissenschaftspreis der NATUM wird alle 2 Jahre vergeben.
Komplementärmedizin in der Weiterbildungsordnung
Viele Patientinnen und Patienten nehmen komplementäre Behandlungsmethoden in Anspruch, ergänzend zu schulmedizinischen Behandlungen. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass sich die Patientinnen und Patienten mehr Informationen und mehr Dialog hierzu mit ihren behandelnden und betreuenden Ärzten wünschen.
Die Komplementärmedizin ist heute eine wissenschaftlich gut abgesicherte Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung. In die Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer zu Gynäkologie und Geburtshilfe wurde Komplementärmedizin inzwischen aufgenommen. Die Musterweiterbildungsordnung Gynäkologie und Geburtshilfe ist die einzige Musterweiterbildungsordnung, in die Komplementärmedizin aufgenommen wurde. Konkret gehören nun Kenntnisse zur Beratungskompetenz auf dem Gebiet der Komplementärmedizin in der Gynäkologischen Onkologie zu den Inhalten der frauenärztlichen Ausbildung. Diese Inhalte wurden, mit Ausnahme von Bayern und Berlin, von allen Landesärztekammern in die Weiterbildungsordnung Gynäkologie und Geburtshilfe aufgenommen.
Drei Säulen-Konzept der NATUM-Fortbildung
Das Konzept der NATUM-Fortbildungen wurde über viele Jahre in Form von Präsenzveranstaltungen, Fortbildungsbeiträgen und der Publikation von Büchern umgesetzt. Seit 2010 bietet die NATUM zertifizierte Grundkurse sowie praxisrelevante Intensivkurse für Komplementärmedizin bei onkologischen und benignen gynäkologischen Erkrankungen an. In der Corona-Phase wurde ein Teil der bis dahin ausgerichteten Präsenzveranstaltungen in der Ausführung neu organisiert und digital als ZOOM-Fortbildungen ausgerichtet. Dem veränderten ärztlichen Fortbildungsverhalten entsprechend wurde neu eine e-learning-Plattform entwickelt. Somit basiert das Fortbildungskonzept der NATUM e.V. nun auf drei Säulen:
• Präsenzfortbildungen, unter anderem in Baden-Baden und neu in Freudenstadt
• digitale interaktive Fortbildungen via ZOOM und
• dem neuen Konzept der e-learning-Fortbildungen.
Dieses Konzept wird ergänzt durch Fortbildungsartikel in Fachzeitschriften und aktive Beteiligungen an nationalen und internationalen Kongressen.